Unser Bündnis übergibt am 20. Mai der Hannah-Arendt-Gesamtschule einen Apfelbaum für deren Schulgarten.
Nach Rücksprache mit der Schulleitung wünschten sich die Schüler*innen der Schulgarten AG statt eines Zierapfelbaumes einen „richtigen “ Apfelbaum. Die Aktionswoche für den Tag des Grundgesetzes (von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier als Ehrentag ausgerufen) wollen wir nun zum Anlass nehmen, den jetzigen und zukünftigen Schüler*innen einen Apfelbaum zu schenken.
Korbiniansapfel – Lebendiges Denkmal und Symbolbaum
In Zusammenarbeit mit der Obstbaumschule Abel aus Möhnesee-Stockum haben wir uns für einen Korbiniansapfelbaum entschieden.
Dieser Baum ist kein gewöhnlicher Apfelbaum. Hinter seinen Früchten steckt eine Geschichte von Mut, Hoffnung und dem Überlebenswillen an einem der dunkelsten Orte in der deutschen Vergangenheit – die Geschichte von Korbinian Aigner.
Korbinian Aigner (1885-1966) war ein bayerischer Pfarrer und ein anerkannter Experte für Äpfel (ein sogenannter Pomologe). Weil er sich kritisch gegen das Nazi-Regime äußerte, wurde er 1941 in das Konzentrationslager (KZ) Dachau eingesperrt. Zwischen den Gefangenenbaracken pflanzte er heimlich und unter grausamen Bedingungen kleine Apfelkerne an und pflegte die Setzlinge unter ständiger Gefahr, entdeckt zu werden. Er züchtete vier neue Sorten, die er schlicht KZ-1, KZ-2, KZ-3 und KZ-4 nannte. Kurz vor Kriegsende wurden die Bäume aus dem Konzentrationslager geschmuggelt. Nur die Sorte KZ-3 ist bis heute erhalten geblieben.
Im Jahr 1985, zu Aigners 100. Geburtstag, wurde die Sorte offiziell in Korbiniansapfel umbenannt. Er wird heute auch als lebendiges Denkmal für Widerstand und Hoffnung angesehen. Darüber hinaus gilt er als Symbolbaum gegen Rassismus und Fremdenhass.
